Category: Deutschsprachige Veröffentlichungen (papers in German)

  • Globalisierung der Werte als „Westerwelle- Doktrin“ freiraum #72

    Globalisierung der Werte als „Westerwelle- Doktrin“ freiraum #72

     

     

    Globalisierung der Werte als „Westerwelle- Doktrin“ freiraum #72

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  • Wird die Meinungsfreiheit durch „Cancel Culture“ und „Selbstzensur“ eingeschränkt?

    Wird die Meinungsfreiheit durch „Cancel Culture“ und „Selbstzensur“ eingeschränkt?

    Erfan Kasraie

    F R E I R A U M — S E P T E M B E R  2 0 2 1

     

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  • NOVA Science-Fiction-Magazin 29

    NOVA Science-Fiction-Magazin 29

    NOVA Science-Fiction-Magazin 29

    In dieser Ausgabe findet Ihr einen Artikel von Erfan Kasraie mit dem Titel “Science-Fiction, philosophische Hypothese oder Bullshit? Eine philosophische Untersuchung der Simulationshypothese”

     

     

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  • Was ist Leben? Der Einfluss des Buches von Schrödinger auf die Entwicklung der Molekularbiologie

    Was ist Leben? Der Einfluss des Buches von Schrödinger auf die Entwicklung der Molekularbiologie

    Erfan Kasraie – 2016

     

    Wo und was sind die Grenzen zwischen „lebend“ und „nichtlebend“? Was macht überhaupt ein System lebendig? Ist der Mensch eine thermodynamische Maschine? Kann man die Aktivitäten eines Lebewesens mit Hilfe der physikalischen Gesetze erklären? All diese Fragen sind teils schwierig zu beantworten. Man kann sich jedoch dem geheimnisvollen Phänomen des Lebens von verschiedenen Seiten annähern. Biologisch, philosophisch, chemisch und sogar physikalisch, wie es Erwin Schrödinger, der berühmte Physiker und Nobelpreisträger gemacht hat. Was aus physikalischen Sicht in lebenden Zellen abläuft ist jedoch umstritten. Wir wissen, was physikalisch drin passiert, aber wissen wir immer noch nicht, was ein System lebendig macht.

     

    Was ist Leben?

  • Warum versucht die europäische Linke mit dem islamischen Regime im Iran umzugehen

    Warum versucht die europäische Linke mit dem islamischen Regime im Iran umzugehen

    Als Federica Mogherini, hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik  nach Gaza reiste, nannte sie eine israelische Zeitung  “Kommunist und islamophile”.  Diese Aussage, dass sie Kommunist gewesen ist, ist wesentlich richtig. Zumindest wenn man die Mitgliedschaft in den Jugendverband der Kommunistischen Partei Italiens als kommunistische Neigung betrachtet. Mogherini ist nicht der einzige Politiker, die einen kommunistischen Hintergrund hat und auch als islamophile gelabelt wird. Weltweit gibt es Politiker, die mit islamisten gleichgerichtet erscheinen und sogar eine Sympathie für die Islamisten haben. Die Überreste der Kommunistischen Systeme von der Zeit des Kalten Krieges darunter Kuba, Nordkorea und Venezuela haben eine tiefe Beziehung mit einem islamischen Staat wie die iranische Regierung. Außerdem nicht nur in der westlichen Welt sondern auch in der Geschichte des Nahen Ostens findet man mehrere Beispiele, in denen kommunistische Parteien mit den radikalsten Islamisten sozusagen assoziiert worden sind. Die Tudeh-Partei zum Beispiel, die älteste kommunistische Partei des Iran, hat im Jahr 1980 (ein Jahr nach der islamischen Revolution) den Scharia-Richter des Regimes “Sadegh Chalchali” als ihren idealen Kandidaten in der Wahl vorgestellt. Wenn man die Sache aus der historischen sogar philosophischen Sicht betrachtet, ergänzen sich die Puzzlestücke. Schon fast vor 50 Jahren nannte Mohammad Reza Schah Pahlavi diese Sympathie zwischen Marxisten und Islamisten “der schwarze und rote Kolonialismus”. Ein Bündnis, das endlich im Jahr 1979 zur Islamischen Revolution im Iran geführt hat.

    Kultureller Marxismus

    Über den Kulturellen Marxismus wurde viel diskutiert und geschrieben. Es gibt allerdings keine einheitliche Auslegung des klassischen Marxismus im weitesten Sinne.  Zum Kernpunkt des Marxismus gehört trotzdem der Klassenkampf zwischen Proletariat und Bourgeoisie. In den 60er Jahren fast ein Jahrhundert nach dem Schreiben des Manifests der Kommunistischen Partei von Marx und Engels, eine neue Lesart des Marxismus entstand, die heutzutage oft als “Kultureller Marxismus” bezeichnet wird. Kultureller Marxismus greift in einer historischen Betrachtungsweise auf die Lehre der Frankfurter Schule zurück. Die Kritische Theorie, die von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno in Frankfurt begründet wurde, verbreitete sich sehr schnell in Europa und Nordamerika. Die Ideen der Frankfurter Schule ist besonders in den europäischen Universitäten allmählich zum herrschenden Gedanken in Human- und Geisteswissenschaften geworden.  Dieser Einfluss war so stark, dass heute nach fast 50 Jahren

    der Kerngedanken der Philosophischen Fakultäten der meisten europäischen Universitäten zum kulturellen Marxismus neigt. Kultureller Marxismus betrachtet die Gesellschaft als die Bühne des Kampfes zwischen dem Ausbeuter und dem Ausgebeuteten, mit anderen Worten zwischen Mehrheit und Minderheit. Deshalb verteidigen die Anhänger des Kulturellen Marxismus das Recht von Homosexuellen und Transgendern, Ethnische Minderheiten und etc.

    Bis zu diesem Punkt sieht alles wie eine menschliche moralische Idee aus. Im weiteren Verlauf tauchte allerdings eine widersprüchliche Ansicht bzw. eine bizarre Sympathie auf, die grundsätzlich nicht möglich sein sollte. Die Anhänger des Kulturellen Marxismus und Islamisten trotz allen Meinungsverschiedenheiten besonders in Bezug auf die Themen wie Homosexualität und Transgender haben eine tiefe Verbindung miteinander gefunden. Auf den ersten Blick sieht das unheimlich schwer aus, diesen Widerspruch zu verstehen. Kultureller Marxismus wurde allerdings in einer Zeit geprägt und expandiert, in der die künstlerische und philosophische und sogar gesellschaftliche Bewegung des Postmodernismus in Frankreich Tag für Tag immer wieder beliebter wurde. In der Kunstwelt sind bizarre künstlerische Aktionen und Werke entstanden. ohne dass ästhetische Aspekte berücksichtigt werden. Die Avantgarde-Kunst wurde zum Mainstream. Postmoderne Denkstile, die auf den epistemologischen Relativismus basiert worden waren, wurde in fast gleicher Zeit expandiert. Eine politische Verbindung zwischen kulturellem Marxismus und dem Islam ist vielleicht unter anderem dadurch möglich geworden, dass die weiß Malerei von Robert Rauschenberg im San Francisco Museum of Modern Art als künstlerisches Werk bezeichnet wird. In diesem widersprüchlichen Gedankensystem, Medea Benjamin, die Mitbegründerin der Feministengruppe Code Pink, verteidigt die Politik des islamischen Regimes im Iran, das die Frauenrechte massiv verletzt.

    Es wird normalerweise erwartet, dass sich eine Feministin gegen Diskriminierung und Unterdrückung der iranischen Frauen einsetzt, zum Beispiel gegen den Kopftuchzwang. Sie reist im Gegensatz dazu in den Iran, trägt Kopftuch, unterstützt das islamische Regime, bekommt Ehrenurkunde von Frauenfeindlichste Figuren des Regimes.

    Wenn man die Teile dieses Puzzles zusammensetzt, erst bei genauerem Hinsehen ist zu erkennen, wie und unter welchen Bedingungen die ungeschriebene Allianz zwischen kulturellem Marxismus, dem postmodernen Diskurs und dem islamischen Radikalismus möglich wurde. Als Beispiel kann man den französischen Philosoph Michel Foucault nennen. Unser Puzzle vervollständigt sich allmählich, wenn wir in Betracht ziehen, dass Foucault im Jahr 1950  Mitglied der Kommunistischen Partei Frankreichs wurde. Er war unter dem Einfluss des Marxismus und der Frankfurter Schule. Außerdem war Foucault der bedeutendste Vertreter der philosophischen Postmoderne und einer der größten Anhänger Khomeinis bzw. der Islamischen Revolution und ist während der Islamischen Revolution im Jahr 1979 zwei mal in den Iran gereist.

    Umgekehrter Orientalismus

    Als vor 3 Jahren François Burgat französischer Philosoph nach Ghom, das Zentrum der schiitischen Geistlichkeit im Iran reiste, sagte zu einem Großajatollah (im persischen: Mardschaʿ-e Taghlid), es wäre interessant, von Ihnen mehr zu lernen. Burgat ist ein linker Orientalist, der von Sadik Dschalal al-Asm (der syrische Philosoph, Gestorben: 2016, Berlin) “Reverse-Orientalist” genannt wurde. Hossein alwedaei jemenitischer Jurist schreibt in einem Artikel mit dem Titel “Die europäische Linke liebt Abu Mussab al-Sarkawi und hasst Taha Hussein”, die europäische Linke ist der Meinung, dass die echte Stimme des Nahen Ostens die Stimme der Muslimbrüder, Khomeinis und der Salafisten ist. Aus der Sicht dieses Autors bezeichnet die europäische Linke die Begriffe wie Demokratie, Menschenrechte, Frauenrechte usw. als die werte der westlichen Kolonisation und ist der Auffassung, dass diese Begriffe mit der Wirklichkeit des Nahen Ostens nicht im Einklang stehen können. Im umgekehrten Orientalismus gibt es einen typischen herabwürdigenden und erniedrigenden Blick auf die Bevölkerung des Nahen Ostens. Ein nahöstliches Land mit den “westlichen” Aussehen, mit Säkularismus, Demokratie oder Gedankenfreiheit sei kein echter Naher Osten. Die Realität des Iran zum Beispiel sei Steinigung, Khomeini, Jihad gegen Israel usw. Diese Form des umgekehrten Orientalismus betrachtet die Bevölkerung des Nahen Ostens als rückständige, primitive Menschen, die von den Werten der modernen Welt nichts verstehen. Die Bevölkerung des Nahen Ostens sind die Menschen, die keine Kunst, kein Fortschritt, keine Wissenschaft und keine Technik wollen. Unterdrückung und Folter, Verhaftung und Ermordung der Eliten seien die wirkliche herrschende Werte dieser Länder. Die europäische Linke unter dem Schatten des Kulturellen Marxismus, findet den Verstoß gegen die Menschenrechte in diesen Ländern nicht zu brutal. Da diese barbarische Verhalten aus der existenziellen Realität der Kultur dieser Länder entstehe. Die europäische Linke bezeichnet die menschenrechtliche Normen, Werte, Vorstellungen und daraus resultierenden Verhaltensweisen als die größten Errungenschaften der Menschheit. Sie will aber diese Werte nur für sich selbst und nicht für die Bevölkerung des Nahen Ostens. Ungeachtet dass das Regime gegen die Menschenrechte verstößt, versucht die europäische Linke mit dem brutalen islamischen Regime im Iran umzugehen. Diese Neigung zur Allianz ist so stark ausgeprägt, dass die EU zur Rettung des islamischen Regimes auf Einsatz des SPV hofft. Eine Zweckgesellschaft, die das Regime vor US-Sanktionen im Atomstreit schützt. Durch eine solche Politik riskiert die EU allerdings ihre Geschäftsbeziehungen mit den USA. Welche hintergedanken hinter dieser Allianz zwischen der europäischen Linken und dem islamischen Regime steckt, soll für die Europäische Linke sehr lohnenswert sein. Zumindest, wenn man daran denkt, dass es um einen Markt mit 400 Milliarden gegen einen mit 20 Billionen US-Dollar geht.

    Die englische Version dieses Artikels

  • Das Problem der Inkommensurabilität

    Das Problem der Inkommensurabilität

    Erfan Kasraie

    Universität Kassel, Institut für Philosophie

    Wenn man sich die Wissenschaftsgeschichte anschaut, dann sieht es auf den ersten Blick plausibel aus, dass die Wissenschaftsentwicklung kumulativ ist. Wissenschaft entwickelt sich dadurch, dass ihr Stück für Stück neu erworbenes Wissen hinzugefügt wird. Der Wissenschaftshistoriker Thomas S. Kuhn allerdings bezweifelt, dass Wissenschaft ein kumulativer Vorgang sei. In seinem Buch “Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen” versucht er zu zeigen, wie die Wissenschaft weitergeht. Sein wissenschaftstheoretisches
    Modell unterscheidet sich sowohl von den Vorstellungen des Falsifikationismus Poppers als auch Induktivismus. Nach Kuhn entwickelt sich die Wissenschaft laut dem unten dargestellten Schema:

    Vor-Wissenschaft → normale Wissenschaft → Krise→ Revolution→ neue Wissenschaft→ neue Krise

    Die Wissenschaftler kennen nach Kuhn im Laufe der ersten Phase (D.h. in der Phase der “Vor-Wissenschaft”) noch kein Paradigma. Unter dem Begriff normaler Wissenschaft versteht man nach Kuhn „eine Forschung, die fest auf einer oder mehreren wissenschaftlichen Leistungen der Vergangenheit beruht, die von einer bestimmten wissenschaftlichen Gemeinschaft eine Zeitlang als Grundlagen für ihre weiteren Arbeiten anerkannt werden“. [Kuhn,1969]. Laut diesem Begriff konfrontiert Normale Wissenschaft
    immer mit Problemen, die abnormal aussehen. Besser gesagt mit Phänomenen die sich anders verhalten, als man es aus dem vorherigen Paradigma erwartet. Wenn das alte Paradigma mit der Natur nicht übereinstimmt könnte in dieser Phase eine Krise auslösen. Die Normale Wissenschaft erzeugt Anomalien, die zu einer Krise und endlich zu eine Phase der Degeneration des alten Paradigmas führen. Die Suche nach einem neuen Paradigma bezeichnet Kuhn als Außerordentliche Wissenschaft. Schließlich wird diese Phase durch die Einigung auf ein neues Paradigma beendet. Eine wissenschaftliche Revolution ist nach Kuhn eine Episode in der Wissenschaftsentwicklung, in der ein älteres Paradigma durch ein neueres
    ersetzt wird. Die wissenschaftliche Revolution verläuft aus der Sicht Kuhns analog zu politischen Revolutionen. Kuhn setzt den Begriff „wissenschaftlichen Revolution“ und Paradigmenwechsel ein, um zeigen zu können, dass wissenschaftliche Entwicklung nicht kontinuierlich und kumulativ, sondern revolutionär ist.

    Inkommensurabilität

    Das Problem der Inkommensurabilität (besonders die sprachliche Inkommensurabilität und Quines These der Unterbestimmtheit von Übersetzungen) spielt in der komparativen Philosophie eine wichtige Rolle. Eines der wichtigsten Wörter des Buches “Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen” ist Inkommensurabilität. Das englische Wort “incommensurable” wird ins Deutsche als “Unvergleichbarkeit” oder “nicht vergleichbar” übersetzt. Bei Kuhn heißt es: Inkommensurabilität zwischen dem vor- und dem nachrevolutionären Paradigma.

    Der Begriff der Inkommensurabilität ist mit dem Paradigmenwechsel während wissenschaftlicher Revolutionen verbunden. Bei inkommensurablen Theorien gibt es ein fundamentales Problem. Die Vertreter der Theorie T¹ sind nicht in der Lage, die Vertreter der Theorie T² von einer Anomalie innerhalb der Theorie T¹ zu überzeugen. Solche Anomalien, die in der Theorie T¹ vorkommen, sind aus der Anhänger der Theorie T² keine Anomalien. Nach Kuhn gibt es keinen direkten “Term-zu-Term-Vergleich” zwischen verschiedenen inkommensurablen Theorien, aber inkommensurable Theorien seien nach seiner Ansicht gewissermassen vergleichbar. Manche Wissenschaftsphilosophen glauben, dass die eigentliche Pointe des Inkommensurabilitatsbegriffs und die Vorstellung von der Kumulativität der Wissenschaft ein Angriff auf die Rationalitat der Wissenschaftsentwicklung sei. Ian Hacking schreibt in seinem berühmten Buch “Einführung in die Philosophie der Naturwissenschaften” , “wenn man von Kuhns Auffassung des revolutionären Paradigmenwechels ausgeht, droht Gefahr der Rationaität in erster Linie. Die Gefahr des Irrationalismus bzw. des Relativismuses müssen dazu hinzugefügt werden”. Ob das Modell wissenschaftlichen Wandels von Kuhn auf andere Disziplinen übertragen werden kann, ist sehr umstritten. Ich würde bei diesem kontroversen Thema den Standpunkt von Hacking vertreten. Obwohl es keine Einigung darüber gibt, dass Kuhns Inkommensurabilitätsthese zum Relativismus führt. Wissenschaftshistorische Betrachtungsweise liegt die Wurzel des Relativismus in der Wissenschaft, in den Kritiken am Buch “Logik der Forschung” von Karl Popper. Ich denke, dass Kuhns Inkommensurabilität der Paradigmen bzw. Feyerabends Wider den Methodenzwang (Against Method) befassen sich mit den kognitiven Eigenschaften des Menschen. Die beiden Ansichten verzichten auf die Grundformen der wissenschaftlichen Methoden und sind gegen die Natur der experimentellen Wissenschaft. Kuhn spricht von der Rabbit–duck Illusion und sagt, dass uns zwei unterschiedliche Versionen auffallen werden, ein Ente oder ein Hase.

    Meines Erachtens ist das Problem der wissenschaftlichen Theorien weitaus komplizierter als Kuhns Paradigmenwechsel und hat nichts mit dem sogenannten Enten-Hasen-Kopf zu tun. In der Ente-Kaninchen-Illusion geht es nicht um die Richtigkeit oder Unrichtigkeit. Es gibt allerdings eine Logik bei der Wissenschaft. Ein solcher Relativismus in der Wissenschaft wird problematisch. Betrachten wir ein analoges Beispiel aus der Wissenschaftsgeschichte. Im Jahre 1903 glaubte der französische Physiker René Blondlot an der Universität Nancy, dass er eine neuartige Strahlung, ähnlich der 1895 entdeckten Röntgenstrahlung detektiert habe. Französische Wissenschaftler publizierten zahlreiche wissenschaftliche Artikel zum Thema ” N-rays”. Es gab aber die N-Strahlen angeblich nur in der französischen Wissenschaftsgemeinschaft. Wissenschaftler außerhalb Frankreichs wie Robert Wood konnten die Detektion der N-Strahlen nicht erkennen. Gab es die N-Strahlen nur für Franzosen? Wenn man Relativist ist, ja! Kuhns Inkommensurabilität kann das rechtfertigen, warum es für französische Wissenschaftler die N-Strahlen gab, und zum Beispiel für amerikanische Wissenschaftler war es unmöglich, die Detektion der N-Strahlen zu erkennen.

    A: There is X-ray

    Die Richtigkeit/ Falschheit dieses Satzes kann man im Labor beweisen/zeigen. Das hat meines Erachtens nichts mit dem Enten-Hasen-Kopf zu tun. Die Existenz der N-Strahlen war ein kognitiver Fehler. Das kann man mit Hilfe der Wissenschaftlichen Methode endlich korrigieren. Es geht in der Wissenschaft um Richtigkeit und Falschheit der Aussagen.

    Literaturverzeichnis

     Kuhn, Thomas S.: Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen, 1969. – “Die
    Struktur wissenschaftlicher Revolutionen. Zweite revidierte und um das Postskriptum
    von 1969 ergänzte Auflage”
     Hacking, Ian. Einführung in die Philosophie der Naturwissenschaften. Stuttgart:
    Reclam, 1996.

  • Eine vergleichende Studie zwischen der Popperschen und der Carnapschen Wissenschaftstheorie

    Eine vergleichende Studie zwischen der Popperschen und der Carnapschen Wissenschaftstheorie

    Erfan Kasraie

    Universität Kassel, Institut für Philosophie

    Einleitung:

    Was wissen wir eingentlich? Was sind logische und schlüssige Belege? Was sind überzeugende Gründe? Was sollte man glauben? Ist Wissenschaft eine Form von Wahrheitsfindung? Die oben genannten Fragen nebenbei den Fragen nach der Natur der Wissenschaft und den Grundproblemen der Erkenntnistheorie sind nur Beispiele für viele Fragen, die immer wieder gestellt warden. Die theoretische Wissenschaftsphilosophie bzw. Wissenschaftstheorie ist ein Teilgebiet der Philosophie, das sich mit den Methoden der verschiedenen Wissenschaften beschäftigt und versucht, solche Fragen zu beantworten.
    Karl R. Popper und Rudolf Carnap, trotz aller Meinungsverschiedenheiten gehören zu den einflussreichsten Wissenschaftsphilosophen des 20. Jahrhunderts. In diesem Essay beschäftigen wir uns damit, was die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der Popperschen und der Carnapschen Wissenschaftstheorie sind.

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  • Das Einfachheitskriterium und das Falsifikationsprinzip Poppers

    Das Einfachheitskriterium und das Falsifikationsprinzip Poppers

    Sind einfachere mathematische Formalismen besser?

    Erfan Kasraie

    Universität Kassel, Institut für Philosophie

    Einleitung:

    “Meine Sprache ist die Grenze meiner Welt.“ Das ist ein berühmtes Zitat von Wittgenstein. Man sucht sich ein herkömmliches Wort aus dem täglichen Gebrauch, um einen Begriff im philosophischen Sinne zu erzeugen. Das ist genau was im Laufe der Wissenschaftsgeschichte mit dem Wort „Einfachheit“ passiert ist.
    Dass Einfachheit ein entscheidender Gesichtspunkt bei Begründung und Durchsetzung naturwissenschaftlicher Theorien ist, sagen die meisten Wissenschaftsphilosophen. Wissenchaftler hört man von der Einfachheit der Theorien reden. Außenstehende können sowas zumindest im wissenschaftlichen Sinne nicht nachvollziehen. Das Prinzip, die einfachste Theorie allen anderen vorzuziehen, ist trotzdem seit langem Teil der wissenschaftlichen Methode. Überhaupt war die Wissenschaftstheorie in den ersten Jahrzehnten ihrer Existenz überwiegend normativ orientiert. Einfachheit, Allgemeinheit, Systematizität und Konservativität von Theorien und ähnliches mehr dienten dort immer als normative Kriterien. [Spohn 2000]. Es gibt neben Einfachheit, noch zahlreiche andere Vorzüge z.B. Theologische Vorzüge, wenn man zwischen Evolutionstheorie und Schöpfungsglauben bzw. Schöpfungstheologie, einer den Vorzug geben will. Es gibt sogar geistige oder moralische oder ästhetische Vorzüge, die dazu führen, dass man eine Theorie den anderen vorzieht. Theologische Vorzüge sollte allerdings in der modernen Wissenschaft keine Rolle spielen. Aber die Einfachheit zählt man immer noch als ein akzeptiertes Kriterium für die wissenschaftlichen Theorien. Das Problem der Einfachheit ist aber nicht so einfach wie es aussieht. Was aus der Sicht der Wissenschaftler als einfach bezeichnet wird, könnte aus der Sicht der Laien, eine komplizierte Formulierung sein. Allerdings ist in der Tat, die Empfindung von Einfachheit im Alltäglichen Leben ein sehr persönliches Gefühl. Das Finden eines Kriteriums dafür, was einfach ist, ist schwer zu formulieren. Man stellt sich die Frage: Gibt es überhaupt etwas Einfaches?
    Es muss wohl einen objektiven Maßstab dafür geben. Das persönliche Gefühl spielt in der modernen Wissenschaft keine Rolle. Eine uralte Frage ist, ob sich ein solches Einfachheitsprinzip, oder mit anderen Worten das Kriterium der Einfachheit, zumindest rechtfertigen ließe. Im vorliegenden Artikel versuche ich zu zeigen, warum das Einfachheitsprinzip für Wissenschaftsphilosophen von Bedeutung ist. Außerdem verfolge ich dabei einen Hintergedanken, was Mathematische Einfachheit ist und ob das Einfachheitskriterium mit dem Faslifizierbarkeitsprinzip zu erklären ist. In diesem Artikel werde ich außerdem die Frage erörtern, ob einfachere mathematischen Formalismen besser sind.

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  • Zwei mathematische Modelle in der Strömungsmechanik

    Zwei mathematische Modelle in der Strömungsmechanik

    Eine vergleichende Studie zwischen der Euler’schen und Lagrange’schen Betrachtungsweise

    Erfan Kasraie

    Universität Kassel, Institut für Philosophie

    Einleitung:

    Die Mathematische Modellierung ist ein zur Zeit viel diskutiertes Forschungsthema. Viele Wissenschaftler und Ingenieure beschäfigen sich immer noch mit der Modellierung des Verhaltens von Fluids. Im Prinzip gibt es zwei Beschreibungsmodelle, die dabei angewendet werden können. Die Eulersche und Lagrangesche Betrachtungsweise. Diese beiden Modellen können auch bei der Computersimulationen eingesetzt werden. Der Unterschied zwischen der Euler’schen und Lagrange’schen Methoden liegt sowohl in der Betrachtungsweise als auch in der Eigenschaften der Ergebnisse des Prozesses. Obwohl die beiden Modellstrukturen als Mathematisch äquivalent zu betrachten sind, zeigen die Analyse der Vorteilen und Nachteilen jedes Modells, für welchen Zweck, welche Betrachtungsweise sinnvoll ist. Der Vorteil des Lagrangeschen Modells liegt nach den meisten durchgeführten Studien in der Genauigkeit, der Vorteil des Eulerschen Modells in der kürzeren Berechnungszeit. In diesem Artikel wird dargestellt, dass die Eulersche und Lagrangesche Darstellung trotz der verschiedenen Betrachtungsweisen vollständig äquivalent und denselben Informationsgehalt beinhalten.

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  • Eine philosophische Untersuchung über die Simulationshypothese

    Eine philosophische Untersuchung über die Simulationshypothese

    ?Ist die Simulationshypothese irrational

    Erfan Kasraie

    Universität Kassel, Institut für Philosophie

    Einleitung

    Die Frage nach dem Wesen der Realität ist eine uralte philosophische Frage, die Philosophen und Physiker seit der Antike, seit dem Höhlengleichnis des Philosophen Platon bis zur Zeit des logischen Positivismus und auch bis heute beschäftigt. Auf der Suche nach der Antwort auf die Frage nach der Essenz der Realität, vertraten verschiedene Philosophen bzw. Wissenschaftler wie Ernst Mach, Rudolf Carnap, Erwin Schrödinger, Werner Heisenberg, Roger Penrose, John Searle usw. unterschiedliche Meinungen. Viele Physiker wollten wissen, ob zum Beispiel die Entitäten der physikalischen Welt reale Dinge beschreiben. Für viele Wissenschaftsphilosophen ist das Thema immer noch umstritten, ob die nicht unmittelbar erfahrbaren Dinge wie Gene, Elektronen, Quarks, Schwarze Löcher und andere angeblich unbeobachtbare Entitäten wirklich real sind. Die Auffassungen darüber, was in der Physik als “real” bezeichnet werden kann. haben sich im Laufe der Wissenschaftsgeschichte immer wieder gewandelt. Während Ernst Mach die reale Existenz von Atomen in Zweifel gezogen hat [Resag, 2017], ist Ian Hacking der Meinung, dass theoretischen Entitäten wie Elektronen etc., als real berücksichtigt werden können.  Seit Beginn des KI-Projektes wurde die Frage nach der Realität, wieder zum Hauptthema der philosophischen Diskussionen. Parallel dazu mit der Entwicklung von Computerspielen wurden und werden die begriffen, wie Virtuelle Realität, erweiterte Realität, simulierte Realität immer wieder neu erfunden und definiert.
    In den letzten Jahrzehnten haben sich Philosophen mit Fragestellungen dieser Art auseinandergesetzt, woher wir sicher sein können, ob die wahrgenommene Welt, auch wir selbst, reale oder virtuelle Existenzen sind. Während der amerikanische Philosoph Hilary Putnam mit dem Gedankenexperiment des “Gehirns im Tank” (brain in a vat) beweisen wollte, dass wir zweifellos in einer echten und realen Welt leben , besagt die Simulationshypothese des schwedischen Philosophen an der Oxford University Nick Bostrom, dass eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass alle Lebewesen ein Teil einer Simulation sind und wir in dieser simulierten Realität leben. Die Simulationshypothese von Bostrom ist grundsätzlich philosophisch. Wenn wir eines Tages beweisen können, dass wir in einem Computerspiel leben, müssen wir jedoch ein neues philosophisches System entwerfen. Für die uralten Fragen nach dem Wesen der Zeit, nach freiem Willen und Determinismus usw. gäbe es andere Antworten.

    Die Simulationshypothese von Bostrom lässt sich ihm zufolge allerdings weder beweisen noch widerlegen. Trotzdem beschäftigen sich viele Denker seriös mit der Frage: Was, wenn wir in einem Computerspiel leben? Außerhalb der Philosophie, befassen sich mit solchen Fragen, sowohl die führenden Köpfe im Silicon Valley, als auch Physiker. Tesla-Gründer Elon Musk hält die Simulationshypothese für wahrscheinlich, denkbar und plausibel. Sam Altman der Startup-Unternehmer schreibt in einem New Yorker-Artikel, dass angeblich sogar Forscher daran arbeiten, uns aus der Matrix rauszuholen. Abgesehen von den populärwissenschaftlichen Medien gibt es ernsthafte Diskussionen innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft. Die Simulationshypothese von Bostrom im Rahmen seines Artikels mit dem Titel ″Are You Living in a Computer Simulation? ″ hat in den letzten Jahren zustimmende und ablehnende Kritiken erhalten und auch kontroverse Meinungen ausgelöst. Max Tegmark, Paul Davies und Lisa Randall, David Chalmers sind über unser mögliches simuliertes Dasein nicht einig. Auf der einen Seite ist Chalmers der Auffassung, dass wir keinen abschließenden Beweis dafür finden werden, dass wir nicht in einer Computersimulation leben. Denn jeder Beweis wäre ebenfalls simuliert.” . Tegmark schätzt auf der anderen Seite die Möglichkeit einer Computersimulation unseres Universums mit einer Wahrscheinlichkeit von 17 Prozent. In diesem Artikel verfolge ich die Absicht zu zeigen, inwiefern solche philosophische Ideen ernst genommen werden können und was wir mit diesen Ideen tun sollen, die zurzeit weder beweisbar, noch widerlegbar sind. Im vorliegenden Artikel werde ich die Frage erörtern, warum die Simulationshypothese von Bostrom ein ernstzunehmendes philosophisches Problem ist. Obwohl sie auf den ersten Eindruck irrational erscheint, obwohl sie weder prinzipiell beweisbar noch im Popperschen Sinne widerlegbar bzw. falsifizierbar ist, (falls man sie philosophisch betrachtet und nicht als eine physikalische These über die Natur der physikalischen Realität), würde ich argumentieren, dass die Simulationshypothese weder pseudowissenschaftlich noch Bullshit noch Verschwörungstheorie ist.

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